Covid-19

Massnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Krise

Simon Gupta ist unser Ansprechpartner für Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen. Die internationale Gemeinschaft versucht aktiv, Kapital zur Linderung der Auswirkungen von Covid-19 zu mobilisieren.

Simon Gupta

Wie beeinflusst Covid-19 deine Arbeit?

Diese Pandemie und die befürchteten wirtschaftlichen Auswirkungen halten mich auf Trab: Meine Partner, Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen (Development Finance Institutions, DFIs) und Regierungen aus der ganzen Welt, engagieren sich aktiv dafür, die Krisensituation in den Entwicklungsländern zu lindern. Es geht darum, Mittel dorthin zu lenken, wo sie benötigt werden, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Covid-19 hat dieses Mandat eher noch verstärkt. Wir suchen nach Möglichkeiten, diese Bemühungen in Schwellenländern zu unterstützen. Für die meisten meiner Partner sind Krisenzeiten Zeiten verstärkten Handelns, und das wirkt sich sehr direkt auf meine Arbeit aus. Ich finde es ehr befriedigend, ein Stück weit zur Lösung der Covid-19-Krise beitragen zu können, und die Gespräche, die ich mit so vielen gleichgesinnten Partnern führe, sind sehr ermutigend.

Welche Wirkung wollen DFIs zu diesem Zeitpunkt erzielen?

Das Hauptziel besteht darin, die negativen Auswirkungen von Covid-19 auf Schwellenländer, ihre Unternehmen und ihre (Finanz-)Infrastruktur so weit wie möglich abzuschwächen. Gegenwärtig ist ‘Social Distancing’das einzige Mittel zur Verlangsamung der Pandemie. Dies bedeutet letztlich die Stilllegung der Wirtschaft, was insbesondere in Entwicklungsländern enorme negative Auswirkungen hat. Die DFIs müssen schnell handeln, um diese negativen Auswirkungen zumindest bis zu einem gewissen Grad auszugleichen.

Wie kann die Wirtschaftskrise in Entwicklungsländern abgeschwächt werden?

Die Situation ist ähnlich wie bei uns: Da die Wirtschaft praktisch zum Stillstand kommt, brauchen alle Unternehmen - große und kleine - sofortige finanzielle Unterstützung, die vom Bankensektor allein nicht geleistet werden kann. Stattdessen kommen Regierungen ins Spiel. Durch die Finanzierung von Kurzarbeit helfen sie, die laufenden Kosten zu decken, und sie stellen Liquidität bereit, die es Unternehmen ermöglicht, die durch die Eindämmungsmaßnahmen verursachten monatelange Einnahmeverluste zu überbrücken. Da sich die meisten Entwicklungsländer diese Art von massiven Unterstützungsprogrammen nicht leisten können, müssen multilaterale Organisationen und internationale Entwicklungsbanken eingreifen und sich dieser Herausforderung stellen. Dabei sind Umfang, Geschwindigkeit und Wirksamkeit dieser Massnahmen von entscheidender Bedeutung.

«Um die Realwirtschaft zu unterstützen und die Infrastruktur des Finanzsektors aufrechtzuerhalten, sind spezielle Notfall-Liquiditätsmaßnahmen erforderlich.»

Simon Gupta

Welche Rolle spielen Investitionen in finanzielle Inklusion zu diesem Zeitpunkt?

In Krisenzeiten ist der Zugang zu Finanzmitteln wichtiger denn je. Das macht Investitionen in Anlagelösungen, die auf finanzielle Inklusion abzielen, noch wirkungsvoller als unter normalen Umständen. Solche Fonds allein werden jedoch nicht in der Lage sein, das Problem zu lösen. Mikrofinanzinstitutionen und KMU-Banken werden darüber hinaus Liquidität benötigen, und ihre finanzielle Stabilität ist von größter Bedeutung, wenn es darum geht, die Volkswirtschaften nach Covid-19 neu zu beleben. Der unmittelbare Liquiditätsbedarf von Millionen kleiner Unternehmen kann und wird nicht vom Bankensektor allein gedeckt werden, weder in Industrie- noch in Entwicklungsländern. Um die Realwirtschaft zu unterstützen und die Infrastruktur des Finanzsektors, die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde, aufrechtzuerhalten, werden intelligent konzipierte spezielle Notfall-Liquiditätsmaßnahmen erforderlich sein.

Was bewirkt die Krise für dich persönlich?

Home-Office, inzwischen überall die neue Arbeitsweise, bringt Menschen auf persönlicher Ebene zusammen. Wenn man versucht, mit Kindern, die im Hintergrund nach ihrem Lieblingsspielzeug schreien, technische Diskussionen über die Einzelheiten einer Anlagelösung zu führen, führt dies unweigerlich zu einem Lächeln auf beiden Seiten und oft zu einer sehr persönlichen Interaktion mit der Gegenseite. Schließlich ist Covid-19 etwas, das wir alle teilen. Ich hoffe, dass dies auch zu einem erhöhten Maß an Solidarität führt.