Covid-19

Medizinisches Material für Spitäler in Afrika

Angesichts der Bedrohung durch Covid-19 ist die in Nairobi ansässige Lucy Nyoike froh, dass es ihr gelungen ist, Material für drei Krankenhäuser in der Nähe unserer Kraftwerke zu organisieren.

Lucy Nyoike

In der Regel unterstützt du unser Team von Projektentwicklern, Ingenieuren und Finanzierungsexperten bei der Entwicklung und dem Betrieb von erneuerbaren Kraftwerken in Subsahara-Afrika. Wie kam es zu diesem Projekt?

responsAbility Renewable Energy Holding (rAREH) betreibt und baut kleine Wasserkraftwerke u.a. im ländlichen Ruanda und Uganda. Dabei verbringen wir viel Zeit mit den lokalen Gemeinschaften, um sicherzustellen, dass sie in diese Entwicklungen einbezogen werden und davon profitieren können. Mit der Ausbreitung von Covid-19 befinden sich diese Gemeinden in einer prekären Situation: Die Gesundheitseinrichtungen sind für Notfälle, wie sie diese Pandemie mit sich bringt, einfach nicht gerüstet. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, zu versuchen, den lokalen Gemeinschaften unsere Unterstützung anzubieten.

Wie seid ihr dafür vorgegangen?

Aus unserer Arbeit mit der Bevölkerung vor Ort kannten wir drei lokale Krankenhäuser, die Gebiete versorgen, in denen wir Kraftwerke bauen und betreiben. Diese Krankenhäuser befinden sich in Kasese und Mpanga, Uganda, und in Rwaza, Ruanda. Wir haben uns an diese Krankenhäuser gewandt und gefragt, ob sie Material oder Ausrüstung benötigten. Es hat sich herausgestellt, dass im Grunde genommen alles knapp war, was für die Behandlung von Covid-19-Patienten und die Sicherheit des medizinischen Personals benötigt wird: Desinfektionsmittel für Hände und Oberflächen, chirurgische Masken, Schürzen. Und natürlich waren Beatmungsgeräte und Zelte erforderlich, um die Patienten zu isolieren. Es gelang uns, einen Grossteil des benötigten Materials zu beschaffen und sie den Krankenhäusern zu spenden. Die einzige Ausnahme waren Beatmungsgeräte: Die Nachfrage übersteigt im Moment das Angebot bei weitem, und was zur Verfügung steht, ist extrem teuer.

«In den Spitälern, die die Bevölkerung in der Umgebung unserer Kraftwerke versorgen, war alles knapp, was für die Behandlung von Covid-19-Patienten und die Sicherheit des medizinischen Personals benötigt wird.»

Lucy Nyoike

Hast du das Material zentral beschafft?

Nein. Ich bin in Kenia stationiert, die drei Krankenhäuser befinden sich in Ruanda und Uganda. Alle drei Länder sind vollständig abgeriegelt, so dass der Transport von Ausrüstung über die Grenzen hinweg keine Option war. Wir mussten also alles innerhalb des Bestimmungslandes beschaffen. In Ruanda standen wir vor der zusätzlichen Herausforderung, dass man uns sagte, wir könnten nur den Zentralbehörden in Kigali etwas spenden. Da wir sicherstellen wollten, dass unser Material das örtliche Krankenhaus in Rwaza erreicht, bedurfte es einer Menge Koordination, um dies zu erreichen. Das ist uns schließlich gelungen, und unser Material wurde sicher geliefert.

Wie bleibt ihr während der Abriegelung mit den lokalen Gemeinschaften in Kontakt?

Wir haben sehr engagierte Community Liaison Officers vor Ort, mit denen wir regelmässig in Kontakt stehen. So behalten wir den Überblick darüber, wie Covid-19 unsere Operationen und die Bevölkerung vor Ort beeinflusst. Wir sind froh, dass die Menschen die Vorgaben der lokalen und nationalen Behörden befolgen und wir bis jetzt keine positiven Fälle von Covid-19 verzeichnen. Wir bleiben optimistisch und freuen uns auf eine Lockerung und schliessliche Aussetzung der Sperren, wobei wir uns bewusst sind, dass der neue Normalzustand strenge Hygienestandards und die Vermeidung unnötiger Sitzungen mit sich bringen wird.