Covid-19

Unser Technical Assistance Team lanciert Notfallmassnahmen zur Sicherung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette in Peru und darüber hinaus.

Eine langjährige Partnerschaft mit der SDC spielt eine entscheidende Rolle in der Mobilisierung von Kapital, das den Agrarunternehmen in den responsAbility-Portfolios hilft, die Pandemie zu überstehen

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Das Technical Assistance (TA) Team arbeitet seit 2015 mit der Schweizer Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit (SDC) zusammen, um die nachhaltige Geschäftsentwicklung der Portfoliounternehmen von responsAbility im Agrarbereich zu unterstützen.

Angesichts der Covid-19-Krise mit ihrem beispiellosen Ausmass und nie zuvor gesehenen Auswirkungen hat das Technical Assistance Team eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um zu ermitteln, wo die grössten Herausforderungen für unsere weltweiten Portfoliounternehmen liegen, und sofortige, pragmatische Hilfe bereitzustellen. Besonders akut war der Bedarf für Hilfsmassnahmen zur Unterstützung der Schwächsten – Bauern und Arbeiter in vorgelagerten Segmenten der Lieferketten.

In den Upstream-Bereichen der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten sind vor allem Frauen, ländliche Bevölkerungsgruppen, ältere Arbeiter und ausländische Leiharbeitskräfte tätig. Sie alle spielen eine wichtige Rolle in der Agrarproduktion und damit in der Sicherstellung der Lebensmittelversorgung. Weil sie häufig nicht über die nötige finanzielle Absicherung verfügen, hängen ihre Lebensgrundlagen von ihrer Zugehörigkeit zu Kooperativen ab, die in die Produktion und Nachernte-/Verarbeitungsprozesse der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten eingebunden sind.

«Keine Krise hat die Agrarwirtschaft härter getroffen als diese mit ihren gravierenden Auswirkungen auf alle Bereiche der Wertschöpfungskette. Die technische Unterstützung wird es den betroffenen Akteuren ermöglichen, ihren Betrieb nicht nur am Laufen zu halten, sondern hoffentlich auch zukunftsorientierter aufzustellen.»

– Marie-Anna Bénard, Technical Assistance Officer, responsAbility

In Lateinamerika, wo responsAbility viele dieser landwirtschaftlichen Kooperativen unterstützt, ist Peru besonders hart von Covid-19 getroffen worden – in der Region steht aktuell nur Brasilien noch schlechter da. Selbst in Märkten, die sich während der Finanzkrise von 2008 relativ gut gehalten hatten, wie zum Beispiel dem Kaffeemarkt, sind die Folgen weitreichender und gravierender als bei irgendeiner früheren Finanzkrise, da alle Bereiche der Wertschöpfungsketten gleichzeitig unter massivem Druck stehen. Direkt auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführende betriebliche Komplikationen könnten die Wertschöpfungskette enorm beeinträchtigen und die Lebensgrundlagen Tausender ländlicher Haushalte bedrohen. Aus diesem Grund und angesichts der kurz bevorstehenden Kaffeesaison in Peru wurde den peruanischen Kooperativen hier erste Priorität eingeräumt.

Daher genehmigte die SDC am 22. Mai 2020 den Antrag des Teams für die Einrichtung eines Hilfsfonds mit einem Volumen von bis zu USD 100’000. Der Fonds unterstützt die Portfoliounternehmen von responsAbility bei ihren Massnahmen zur Bewältigung der betrieblichen Folgen von Covid-19, sichert die Einkommen und die Gesundheit der Arbeiter und sorgt dafür, dass die Betriebskontinuität gewahrt bleibt und sich die Betriebe schnell wieder erholen können.

Von den Hilfsmassnahmen könnten bis zu 10 peruanische Kooperativen, die 14’270 Produzenten vertreten, profitieren. Gezielte Unterstützung für Portfoliounternehmen in anderen Regionen und für andere Rohstoffe, vor allem in Subsahara-Afrika, ist ebenfalls geplant.